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Sonderveröffentlichung

Aus- und Weiterbildung

Warum Berufe nicht gewählt werden

BIBB-Studie betont Bedeutung der sozialen Anerkennung

Viele Faktoren beeinflussen die Berufswahl. stockpics
Viele Faktoren beeinflussen die Berufswahl. stockpics
SELBST WENN EIN Beruf ihren Tätigkeitsinteressen entspricht, neigen viele Jugendliche dazu, ihn bei ihrer Berufswahl fallenzulassen, wenn er ihnen nicht genügend soziale Anerkennung zu vermitteln scheint. Darüber hinaus können ungünstige Rahmenbedingungen weitere Gründe dafür sein. Das ist das zentrale Ergebnis einer Studie, die im Forschungsprojekt „Bildungsorientierungen“ des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) entstand. Die Ergebnisse beruhen auf einer schriftlichen Befragung von SchülerInnen und neunter und zehnter Klassen allgemeinbildender Schulen in Nordrhein-Westfalen.

Anlass für die Studie war, dass viele junge Menschen, am Ende des Jahres ohne Ausbildungsplatz dazustehen, obwohl die Zahl der unbesetzten Ausbildungsplätze von Jahr zu Jahr steigt. Angebote der Berufsorientierung, die auf eine Ausweitung des Berufswahlspektrums zielen, waren bisher nur bedingt erfolgreich. Viele Jugendliche klammern Berufe mit Besetzungsproblemen einfach aus, zum Beispiel in der Gastronomie und in Teilen des Handwerks oder in der Pflege.

Aversionsfaktoren

Daher fragt die BIBB-Studie weniger danach, was Jugendliche motiviert, einen bestimmten Beruf zu ergreifen („Attraktionsfaktoren“). Vielmehr interessiert, warum Berufe nicht gewählt werden. Dabei deutet sich an, dass die Nichtwahl von Berufen offenbar anderen Logiken als die Wahl eines Berufes folgt. Als besonders relevanter Faktor, der den Ausschluss eines Berufs bewirkt („Aversionsfaktor“), erweist sich die Erwartung einer mangelnden sozialen Passung: Wenn Jugendliche meinen, in ihrem sozialen Umfeld, insbesondere bei ihren Eltern und Freunden, mit einem Beruf nicht gut anzukommen, beziehen sie diesen Beruf nicht mehr in ihre Berufswahl ein – und zwar auch dann, wenn die Tätigkeiten des Berufes mit ihren eigenen beruflichen Interessen übereinstimmen.

Neben fehlender sozialer Passung und als ungünstig wahrgenommenen Rahmenbedingungen während der Ausbildung und Arbeit – darunter Verdienst- und Aufstiegsmöglichkeiten – gibt es weitere Gründe dafür, dass Jugendliche Berufe links liegen lassen: wenn etwa mit Schwierigkeiten gerechnet wird, einen Ausbildungsplatz zu finden; oder wenn es an der Sicherheit fehlt, wirklich gut einschätzen zu können, was einen in einem Beruf erwartet.

Daher gilt es, so eine zentrale Schlussfolgerung der Studie, in Angeboten der Berufsorientierung Ansehen und soziale Wertschätzung von Berufen mit jungen Berufswählern konsequent zu reflektieren und dabei solche Faktoren in den Blick zu nehmen, die zu einem Ausschluss von Berufen führen können. BIBB

Mehr Ausbildungsplätze

Die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge ist im vergangenen Jahr auf mehr als 531000 gestiegen. Im Vorjahr waren es gut 8000 weniger. 100 Ausbildungssuchenden stehen 106 Ausbildungsangebote gegenüber. Zugleich bleiben immer mehr junge Menschen ohne Berufsausbildung – viele davon ohne Schulabschluss.
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